Priener Herren siegen knapp im „Chiemsee-Derby“

08.11.2017

In einem spannungsgeladenen und hochdramatischen Derby konnten sich die Priener Herren am vergangenen Samstagabend gegen einen stark aufspielenden Aufsteiger aus Übersee knapp mit 28:29 (12:16) durchsetzen und zwei wichtige Punkte in der Fremde einsammeln.
Die Vorfreude war groß an diesem Samstag, an dem die Priener Herrenmannschaft auswärts auf die Nachbarn des TSV Übersee traf, war es ja bereits 4 Jahre her, dass man sich das letzte Mal duellierte. Damals entschied Prien beide Spiele deutlich für sich und stieg am Ende der Saison in die BOL auf. Dass es an diesem Tag nicht so leicht sein wird, war den Jungs von Trainer Wolfgang Beilhack bereits vor Spielbeginn klar. In einer bis zum letzten Platz besetzten Überseer Sporthalle vor ca. 300 Fans zu spielen ist schon ein kleines Highlight. Nichtsdestotrotz gab der Trainer vor, sich nicht von der hitzigen Atmosphäre beeindrucken zu lassen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Kompakt in der Abwehr stehen und strukturiert die Angriffe vortragen“, war die Vorgabe und das setzten die Gäste aus Prien anfangs perfekt um. Mit einer aggressiven Abwehr und einer sehr guten Wurfausbeute ging man schnell mit 0:3 in Führung. Besonders in der Defensive harmonierte man sehr gut. Der Mittelblock stand und der Abwehrverbund funktionierte. Lediglich vereinzelt fanden die wendigen Überseer Rückraumspieler den Weg zu Torabschlüssen, welche allerdings mehrfach glänzend vom ehemaligen Überseer und an diesem Tag wieder sehr gut aufgelegten Bernhard Reichl im Priener Tor pariert wurden. So war es die logische Schlussfolgerung, dass man sich Tor um Tor absetze und Mitte der ersten Halbzeit bereits ein 2:8 auf der Anzeigetafel stand. Aufgrund mehrerer Zeitstrafen gegen den Mitteblock, sah sich Trainer Beilhack gezwungen früh durchzuwechseln, was dazu führte, dass Übersee hauptsächlich durch Einzelaktionen nochmals auf 12:16 verkürzte, was gleichzeitig der Halbzeitstand war. Wie in fast allen Spielen war der TuS Prien in den ersten 30 Minuten das klar bessere Team, verpasste es aber ebenfalls fast immer, den Sack schon früh zuzumachen.
Und so kam es auch dieses Mal. Angetrieben von den heimischen Fans verkürzten die Überseer in den ersten Minuten den Rückstand und glichen in der 35. Minute bereits aus. Die junge Priener Mannschaft zeigte Nerven und Trainer Beilhack musste früh die Reißleine ziehen und die Auszeit nehmen. Nach einer herben Ansage fingen sich die Priener wieder und es entstand ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit nun zwei gleichwertigen Mannschaften, bei dem Prien bis 15 Minuten vor Schluss stets ein Tor vorlegte. Beeindruckt von der jetzt immer impulsiveren Stimmung auf den Rängen, verlor man auf Priener Seite jedoch in dieser Phase zwei Mal zu schnell den Ball, was Übersee gnadenlos mit Tempogegenstößen bestrafte und sogar erstmals mit 23:22 in Führung gehen konnte. Doch anders als im letzten Jahr ließen die Priener nicht die Köpfe hängen und es ging nochmals ein Ruck durch die Mannschaft. Die mit frühen Zeitstrafen vorbelasteten Spieler der Gäste, wurden nun vom Trainer genau zum richtigen Moment wieder aufs Spielfeld geschickt. Die Abwehr stand in den letzten Minuten dadurch zusehens besser und im Angriff funktionierten die Spielabläufe wieder. So konnte man das Spiel nochmals drehen und kurz vor Schluss mit zwei Toren in Führung gehen. Den wacker kämpfenden Überseern, die sich nicht aufgaben gelang jedoch nur noch der Anschlusstreffer. Das Spiel endete mit einem denkbar knappen 28:29 für die Mannschaft aus Prien, die an diesem Abend das Quäntchen Glück mehr auf deren Seite hatten.
Dieser Sieg ist zum einen wichtig für die Moral und die Stimmung in der Mannschaft, zum anderen aber, wenn man einen Blick auf die Tabelle und die Ergebnisse vom Wochenende wirft. Durch Punktverluste der Konkurrenten aus Haching und Trudering, steht man nun nach acht Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz. Doch sollte man nicht in Leichtsinn oder gar Hochmut verfallen, denn in dieser Bezirksliga ist alles möglich. Deshalb ist es wichtig, weiterhin konzentriert zu trainieren und mannschaftlich geschlossen aufzutreten und die gute Stimmung intern mitzunehmen. Am kommenden Samstag steht nämlich bereits der nächste Kracher gegen den ebenfalls aus der BOL abgestiegenen TSV Trudering vor heimische Kulisse an. Die Mannschaft hofft auf zahlreiche Unterstützung der Fans.

 

Berni Reichl


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